Aktuelle Dokumente zum Brückenneubau Herbede

Anschreiben StraßenNRW vom 03.07.2021

AK Herbeder Brücken                                                                        Witten, 03.07.2021

 

Straßen.NRW

Regionalniederlassung Südwestfalen

Außenstelle Hagen

Rheinstraße 8

58097 Hagen

Herr Thomas Schittkowski

 

Betr.: Herbeder Brücken, Nord-Süd-Trasse

 

Sehr geehrter Herr Schittkowski,

mit der letzten Sitzung des Verkehrsausschusses MoVe in Witten am 07. Juni d.J. ist Konsens zwischen dem AK Herbeder Brücken, den Wittener Parteien sowie der Stadtverwaltung, dass es (Ende August) zu einer konstruktiven Bürgerwerkstatt kommen wird. Uns ist an einem konstruktiven Miteinander gelegen und einer einvernehmlichen Lösung. Um die Dinge im Vorfeld voranzutreiben und zu Klärungen beizutragen, wenden wir uns heute direkt an Sie.

In derselben Sitzung  wurden u.a. Ihre Brückenplanungen vorgestellt, die als Grundlage für die Eigentümeransprache bzgl. eines erforderlichen Grundstückserwerbs dienten.

Die Ergebnisse hierzu sind zwischenzeitlich bekannt. Unseres Wissens nach stimmen mehrere Eigentümer diesen Planungen verständlicherweise nicht zu, da diese

  • wirtschaftliche Existenzbedrohungen
  • erhebliche Denkmalschutz-Beeinträchtigungen
  • Eingriffe mit hohem finanziellem und organisatorischem Aufwand

verursachen.

Mit diesen Folgen wäre die von Ihnen entwickelte südliche Trassenlage – nach Ihren Aussagen vom 22.03. (Sondersitzung Move) – nicht mehr realisierbar.

Wir stellen fest, dass diese Trassierung nicht den aktuellen Planungsvorschlägen des AK-Herbeder Brücken entspricht!

In der zuvor genannten Sondersitzung hat der AK u.a. eine Nord-Süd-Variante vorgestellt, die nach weiteren Eigentümergesprächen unsererseits als Vorzugsvariante präferiert wird. Die ursprünglich vorgeschlagene durchgehende Süd-Variante wird vom AK bereits seit April d.J. nicht mehr verfolgt. Insofern sind wir überrascht, dass in dieser so eminent wichtigen Phase keine weitere Kooperation erfolgte.

In Anbetracht dessen, dass eine weitere Sitzung des Move vor der Sommerpause nicht mehr zustande kam und der nunmehr vereinbarte Gesprächstermin  mit Ihnen, Herrn Fennhahn und Herrn Rommelfanger unseres Wissens nach erst am  9.08.‘21 stattfinden kann, gleichzeitig aber die Zeit drängt, leiten wir Ihnen auf diesem Weg unseren  weiter entwickelten Entwurf der Nord-Süd-Trasse zu, der eine Baudurchführung ohne lange Sperrzeiten ermöglicht und in Folge veränderter Entwurfskriterien auch zu geringeren Grundstücksanforderungen führt.

Die Trasse enthält folgende Charakteristika und Vorschläge:

  • Nördliche Umfahrung der Ruhr-/Mühlengrabenbrücke
  • Zwei-Brücken-Lösung durch Wegfall der Gemeindewegbrücke: Dies spart Zeit, Kosten und öffnet das Ruhrtal
  • Größerer Abstand zum Haus Herbede mit Freistellung des ältesten Gebäudes im Ruhr-tal
  • ein weiterer Rad-/Fußweg auf der Nordseite (wichtig für die Verbindung zwischen Herbede und Heven; Verbindung Hattingen-Witten: Rad-Hauptverbindung gem. Planungen RVR)
  • Abzweig für Industrie und Freizeit (zeitliche Einbindung in die Brückenplanungen): Entlastung des Ortskerns, niveaufreie Bahnkreuzung
  • Südliche Umfahrung Omega-Brücke mit Einfädelung in die bestehende Rampen-führung zum Kreisverkehr Herbede: Durch Anwendung entsprechender Entwurfs-kriterien (Lage Innenbereich/Ortsdurchfahrt) ergeben sich deutlich geringere Grund-stücksansprüche sowie durch Verwendung von Bohrpfahlwänden ein Verzicht auf geländeverbrauchende Böschungen. Hier ist bereits jetzt schon eine Steilwand mit 2m hoher Lärmschutzwand vorhanden. Vom Grundstückbesitzer wird nur eine „attrak-tivere“ Gestaltung der Steilwand gefordert.  Das Grundstück der Pizzeria am Kreis-verkehr wird durch diese   Planungen nicht, bzw. nur geringfügig  einbezogen werden.
  • Die vom Arbeitskreis vorgeschlagene Nord/Süd-Variante beansprucht gegenüber der ursprünglichen kompletten südlichen Ersatzbrücke nur einen sehr geringen Grundstückserwerb aus dem Parkplatzbereich der Türkischen Gemeinde. Weder die Moschee noch die Sozialräume sind hierbei tangiert.

Wir bitten Sie, auf dieser Grundlage eine erneute verkehrstechnische Durchplanung dieses Entwurfs zu erarbeiten und wo erforderlich, Modifikationen vorzunehmen (eine weitere Kooperation hierzu wäre hilfreich) und nochmals eine   Eigentümeransprache durchzuführen. Die Planung ist als Anlage beigefügt.

Abschließend möchten wir noch auf folgendes hinweisen: In der WAZ war in diesen Tagen zu lesen, dass weitere Schäden an den Brücken aufgetreten sind und Sie eine Hauptprüfung durchführen lassen. Wenn diese Berichterstatttung zutrifft, wäre es hilfreich und sachdienlich, wenn Sie dem AK das Gutachten und die Ergebnisse nach Vorlage  zur Verfügung stellen könnten. Hierfür im Voraus vielen Dank.

Mit freundlichem Gruß

Arbeitskreis Herbeder Brücken

i.A.

Dieter Boele

Kopie an:

  • des Move- Herrn Julian Fennhahn
  • Herrn Stadtbaurat Stephan Rommelfanger

 

Plan der Nord-Süd-Variante:

 

 

Plakat Brücken (zum herunterladen)

 

Positionspapier AK Herbeder Brücken:

Arbeitskreis Herbeder Brücken                                                                                                               19.12.2020

Positionierung zu den geplanten Herbeder Ruhrbrücken und weiterer regionaler/städtischer Planungen unter Berücksichtigung des Ruhrtalabschnitts zwischen Herbede und Heven

Der Abschnitt des Ruhrtals zwischen Heven. und Herbede besitzt potenziell eine hervorragende und besondere städtebauliche Qualität im Verlauf der Ruhr mit seiner historischen Wohngebäude- und Industriearchitektur, verbunden mit hohem Freizeitwert.  So befinden sich bspw. in den Straßen ‚In der Lake‘, ‚Ruhrtal‘, Meesmannstrasse., Wittener Straße zehn Baudenkmale (incl. Schleusenwärterhaus), die ihre Fortsetzung im westlichen Teil der Meesmannstrasse finden. Herausragend sind hierbei Haus Herbede, Villa Sonnenschein, Villa Brinkmann, Industriebetrieb Lohmann oder auch die ehem. Kornbrennerei bis hin zum ehem. Hevener Salzhaus (kein Denkmal).

Dieser Bereich ist für unsere Stadt von hoher Bedeutung und zugleich ein guter Werbeträger.

Die Intensivierung der Freizeitnutzung (mit diversen Freizeit- und Sportarten) in Verbindung mit der zugenommenen Motorisierung – und den sich hieraus ergebenden Raumansprüchen – belasten inzwischen auch diesen Teil des Ruhrtals und auch angrenzende Wohngebiete Herbedes sehr. Städtebauliche negative Entwicklungen zeichnen sich ab, Konfliktpunkte entstehen. Stadtplanerische Maßnahmen, seit Jahren geplant, werden nicht realisiert, notwendige Instandsetzungen nicht durchgeführt.

In dieser Situation entwickeln sich nun neue Großprojekte, mit dem Neubau der L924-Brücken, der Lake-Brücke, IGA27, oder evtl. Aufwertung der Ruhrtalbahn mit den bekannten Folgewirkungen (z.B.: jahrelange Sperrung, unzureichende Einbindung in die Stadtteilentwicklung, hohe Verkehrsbelastung an der Lake-Brücke selbst bei Verbreiterung etc.).

Vor diesem Hintergrund haben sich die drei Herbeder Vereine Bürgerkreis, Heimatverein und Werbegemeinschaft mit weiteren Herbeder BürgerInnen zu einem ‚AK-Herbeder Brücken‘ zusammengeschlossen. Wichtig ist diesem AK natürlich, dass diese Projekte realisiert werden, dies steht außer Frage. Allerdings entsteht der Eindruck, dass hier singuläre Planungen entwickelt werden, ohne ein stadtplanerisches Gesamtkonzept.

Der AK hat daher eigene Ideen und Konzepte entwickelt. Grundlagen hierzu sind:

  • Verbesserung der Verkehrssituation
  • keine (bzw. nur geringe) Sperrzeiten
  • Attraktivierung des Ruhrtals unter Berücksichtigung der Anwohnerbelange
  • Entlastung der Wohnbereiche
  • Freistellung Haus Herbede (ohne 6m hohe Spundwand)

Für den Neubau der L924-Brücken bedeutet dies:

  • Neubau vor Abriss
  • Paralleler Versatz der neuen Brücken zwischen gepl. Kreisverkehr in Heven bis westlich der Bahngleise, entweder als
  • durchgehender südlicher Versatz in Form einer 3-Brücken-Lösung (1a)oder
  • nördlicher Versatz bis zum Haus Herbede mit Umschwenken auf die Südseite parallel zur Omegabrücke  (1b)
  • Abzweig vom Brückenzug in Höhe Haus Herbede zur ‚Von-Elverfeldt-Allee‘ (die Bahn-querungen im Bereich Meesmannstr. und Wittener Str. im Bereich Rath. d. Medizin werden auf Fußgänger und Radfahrer reduziert).
  • Beidseitiger Radweg am gesamten Brückenneubau für den schnellen Radfahrer.
  • Eine mögliche Ertüchtigung der Ruhrtalbahn oder deren Aufgabe sollten frühestmöglich in die weiteren Brückenplanungen einfließen, ebenfalls eine Anbindung beider Stadtteile an den schienengebundenen ÖPNV.

 

Zur Lake-Brücke wird eine weitergehende konzeptionelle Planung für den Bereich der ‚Insel‘-bis zur Schleuse vorgeschlagen, die

  • eine Prognoseberechnung der Freizeitsparten vorsieht
  • eine Entzerrung der Freizeitsparten berücksichtigt
  •  westlich und östlich der Lake-Brücke eine städtebauliche Aufwertung einbezieht
  • eine breitere Brücke vorsieht, die allerdings nicht auf Beschleunigung des Radverkehrs ausgelegt ist.

Anmerkung: Entschleunigung wäre an dieser Stelle eher das Stichwort. Der schnellste Verkehrsteilnehmer auf der Brücke, der Radfahrer, sollte aufgefordert sein, abzusteigen. Für denjenigen, der auf dem Rad schnell von A nach B gelangen möchte, muss eine Alternative geboten werden durch ausreichend breite Radwege in beiden Richtungen auf den neuen Ruhrbrücken (s. oben).

Die Eigentümeransprache (Villa Sonnenschein, islam. Gemeinde, Thelen-Gruppe, ehem. Güterbf.) ist durch den AK erfolgt und wird weiter durchgeführt. Dabei zeichnet sich die türk. islamische Gemeinde durch eine außerordentlich gute Kooperation aus.

Das bisherige Engagement der Bürgerschaft sollte durch die Gremien des Rates der Stadt stärker als in der jüngeren Vergangenheit (nach der Kommunalwahl) gewürdigt werden. Vorgeschlagen wird z. B. eine Bürgerwerkstatt, Runder Tisch oder ähnliche Einrichtungen, deren Beratungsergebnisse und Empfehlungen in der Stadtverwaltung und in den Ratsgremien berücksichtigt werden.

AK Herbeder Brücken

Die Nord-Nord-Variante als Ergänzung zur Süd-Variante des AK Ruhrbrückenneubau Herbede:

Nord-Nord_Variante_4

Auf der Webseite des AK gibt es jetzt eine Ankündigung zu der geplanten Sondersitzung: