Schließung von ROSSMANN in Herbede: Brief an den Bürgermeister

 

 

 

Bürgerkreis Herbede e.V.                                                                    Witten, 17.05.2026
c/o Dieter Boele
Möllerstraße 36

1.Stadt Witten
Herrn Bürgermeister
Dirk Leistner

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Leistner,
mit großem Interesse habe sicherlich nicht nur ich Ihr Interview in der WAZ
zur Weiterentwicklung der Innenstadt gelesen.
Sehr bemerkenswert fand ich dabei auch Ihr Engagement im
Zusammenhang mit der drohenden Schließung des langjährigen
Juweliergeschäftes Gerling in der Bahnhofstraße, das offenbar nun doch
weitergeführt werden kann.
Damit komme ich zu einem Thema, das viele Bürgerinnen und Bürger in
Herbede seit geraumer Zeit beschäftigt: Die angekündigte Schließung des
Drogeriemarktes Rossmann im Herbst dieses Jahres.
Mit dem Wegfall dieses Marktes, der wesentlich der Nahversorgung dient
und zugleich ein wichtiger Kundenmagnet für die Meesmannstraße ist,
würde ein weiterer bedeutender Einzelhandel im Zentrum aufgegeben.
Bereits in den vergangenen zwei bis drei Jahren haben mit Gassmann
und dem Baby-Markt wichtige Anziehungspunkte den Standort verlassen.
Diese Entwicklung führt zunehmend zu einem Ausbluten des
Ortszentrums und bringt insbesondere für ältere Mitbürgerinnen und
Mitbürger erhebliche Nachteile mit sich.
Der in 2016 beschlossene und weiterhin gültige „Masterplan-
Einzelhandel-Witten“ weist neben der Innenstadt und den Stadtteilzentren
auch dem Zentrum Herbede eine wesentliche Versorgungfunktion zu, die
erhalten bzw., weiterentwickelt werden sollte. Das
Gegenteil ist nun der Fall, die Ursachen hierzu sind vielfältig und prinzipiell
bekannt.
Aus unserer Sicht reicht es deshalb nicht mehr aus, allgemein und
bedauerliche wohlmeinende Appelle zu formulieren. Vielmehr ist u. E.
nunmehr ein gemeinsames Handeln erforderlich. Vor diesem Hintergrund
bitten wir Sie bzw. die Verwaltung um Unterstützung und Moderation
notwendiger Gespräche und Prozesse vor Ort.
Wissend, dass hierzu keine unmittelbare Pflicht besteht, wäre es doch,
angesichts der dramatischen Zentrumsentwicklung (auch Action scheint
den Ort zu verlassen) angemessen und notwendig, dass sich die Stadt
(Wirtschaftsförderung und Stadtplanung) aktiv in diese Entwicklung
einbindet, um Rossmann am Ort zu erhalten.
Nach den veröffentlichten Aussagen sei für den Drogeriemarkt u.a. die
vorhandene Verkaufsfläche zu gering und infolgedessen gewünschte
Umsatzzahlen nicht zu erreichen. Bekanntlich befindet sich unmittelbar
östlich von Rossmann ein größeres, leerstehendes Ladenlokal (ehem.
baby-Markt/Edeka), mit einer Verkaufsfläche von rund 800
Quadratmetern, die prinzipiell genutzt werden könnte.
Ein moderiertes Gespräch durch Sie/die Verwaltung mit Vertretern des
Drogeriemarktes und den Eigentümern (ggf. mit IHK und EHV), um
Lösungsmöglichkeiten auszuloten, wäre sicher ein guter Ansatz und
Versuch, das Angebot in Herbede zu erhalten und bei Erfolg auch zu
vergrößern.
Inzwischen haben sich in einer eingerichteten Open-Petition-Aktion mehr
als 2.000 BürgerInnen und Bürger gegen eine Schließung ausgesprochen.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, wir würden es sehr begrüßen, wenn
Sie beziehungsweise die Verwaltung diesen Vorschlag aufgreifen und Ihre
Kenntnisse und Wissen hierzu einbringen könnten. Möglicherweise hätte
eine solche Vorgehensweise auch eine positive Vorbildfunktion.
Für eine Antwort wäre ich dankbar.

Mir freundlichem Gruß
Dieter Boele

Vorsitzender Bürgerkreis Herbede e. v.
2. Werbegemeinschaft Herbede e. V. Herrn Dominik Grütter
3. Heimatverein Herbede e. V. Herrn Heiner Knährich